Bei Marianne
Gronemeyer, derzeit Professorin für
Erziehungswissenschaften (FH Wiesbaden), finde ich
folgenden Text im 1988 in 'rowohlts enzyklopädie /
kulturen und ideen' erschienenen Band
'Die Macht der Bedürfnisse
- Reflexionen über ein Phantom',
der mir ziemlich in den Kram passt. |
........'Gegenstände
aller Art – seien sie materiell
oder nicht materiell –
verdanken ihr Entstehen menschlichen
Handlungen; sie sind "Abdruck" dieser
Handlungen und ihre Beweggründe
gewinnen Gestalt in den
Gegenständen.'
..............
Und
jetzt zu meiner besonderen
Freude:
'Nun haben Gegenstände ja nicht nur
eine Entstehungsgeschichte, sondern
auch eine Gebrauchsgeschichte. Und
die These ist, dass die Art und
Weise, wie ein Gegenstand in Gebrauch
genommen werden kann, wie mit ihm
umgegangen werden kann, bestimmt ist
durch die Art und Weise seiner
Entstehung.
Ein Gegenstand sei Abdruck von
Handlungen und deren Beweggründen
meint dann, es werden in ihm Normen
zu seinem Gebrauch eingeschmolzen.
Anders: in dem, was Menschen
hervorbringen, sind Handlungen und
Handlungsmotivationen geronnen oder
eingefroren, die sich um im Bilde zu
bleiben, in jenen Handlungen, die den
Umgang mit dem Gegenstand ausmachen,
wieder verflüssigen als eine Art
zwingender Rückerinnerung an die
Entstehungsgeschichte.
Noch anders: die Tätigkeiten, die in
die Vergegenständlichung eingegangen
sind, wirken fort als
Gebrauchs-Anweisung, die die
Bedingungen der Nutzung oder der
Aneignung in gewissen Grundzügen
festlegen. |
Und nur
durch besonders gegenläufige
Anstrengungen kann man sich im
Gebrauch diesen Bestimmungen
entziehen, das heißt eine
"Verfremdung" vornehmen. Die
Wirkungsgeschichte der ursprünglichen
Handlungen im Gegenstand hat viele
Dimensionen: Geronnen ist in ihm zum
Beispiel der Grad des Miteinanders,
des kooperativen Zusammenwirkens der
Hersteller oder der Grad der
Arbeitsteiligkeit, der Konkurrenz,
kurz: die Sozialform. Ebenso geht die
Struktur der Tätigkeit als
Gebrauchsanweisung in den Gegenstand
ein wie auch der Umfang, in dem zu
seiner Herstellung Fähigkeiten in
Gebrauch genommen und neue
Fähigkeiten entwickelt wurden. Auch
die affektiven Begleitumstände, die
Leidenschaftlichkeit oder kalte
Berechnung und Gleichgültigkeit, das
Wagnis, die Kühnheit, die ängstliche
Sorge, die Zweifel, die liebevolle
Sorgfalt, der Sinn fürs Schöne, die
Alltäglichkeit oder Abenteuer- und
Unternehmungslust, all das bestimmt,
im Sinne der Wesensverwandtschaft
zwischen Herstellen und
Hergestelltem, das Wesen der Dinge
und ihren Gebrauch. ……'
Marianne
Gronemeyer: Die Macht der
Bedürfnisse, Rowohlt 1988, Seite 218
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| Marianne
Gronemeyer hat schon 1988 beschrieben,
wie Bedürfnisse, das Gefühl der Knappheit usw.
zusammenhängen.
Ich nehme daraus einen winzigen Teil, nämlich wie
Gegenstände und die Art ihrer Herkunft auf den
wirken, der sie benützt.
Eine Produktionsweise, die nur auf die Optimierung
des Gewinns ausgerichtet ist, bewirkt demnach beim
Benutzer des Objekts einen ähnlichen Blickwinkel, und
am banalsten ist das zu beobachten bei der Jagd auf
den kleinsten Preis.
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| Freude an
Dingen |
System von Zisternen für Regenwasser zum
Gießen auf der Terrasse und im Garten.
Was zuviel ist, füllt den Teich. |
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Gemauerter
Ofen
und Sparherd mit Pizzaofen. Freude über das Feuer,
Effizienz beim Heizen, schlichte Form. |
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Quilts.
Quilting.
Am besten aus vorhandenen Materialien. Teile, Formen,
Schichten. |
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Eislaternen.
Schönes Licht und
kalte Hände. |
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